Wie viele Hunderassen gibt es?

Bereits seit Jahrtausenden begleiten Hunde den Menschen. Irgendwann begann der Mensch, Hunderassen zu züchten. Damit wollten unsere Vorfahren spezielle Verhaltensweisen und das Aussehen einzelner Rassen hervorheben.

Das war der Beginn der modernen Rassezucht. Heute gibt es unglaublich viele Hunderassen auf der ganzen Welt. Doch wie viele sind das insgesamt?

Wie viele Hunderassen gibt es weltweit

Laut dem größten Verband der Hundezüchter gibt es 369 Hunderassen, die weltweit anerkannt sind. 355 Hunderassen sind endgültig von den Verbänden anerkannt. Für die restlichen Hunderassen gelten Übergangsvorschriften. Wobei die abschließende Anerkennung meist nur noch eine Formsache ist.

Auf den Einfluss der Vereine und Zuchtverbände gehen wir weiter unten noch ausführlicher ein. Doch bevor wir dazu kommen, machen wir einen Schritt zurück und blicken in den Vergangenheit.

Denn nicht immer war die Welt so klar untergliedert, in Rassen wie Golden Retriever, Dackel, Schäferhund, Bulldogge, Pudel oder Dackel.

Der Weg vom Wolf zum Rassehund

Wolf und Mensch lebten lange Zeit nebeneinander her. Irgendwann begannen sie, die Nähe des anderen zu suchen. Von wem das ausging, konnte noch nicht geklärt werden. Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass der Wolf auf den Menschen zuging.

Irgendwann wurden die Tiere dann zahm. Sie gewöhnten sich immer mehr an die menschliche Gesellschaft. Sie blieben. Man hat sie somit domestiziert. Wo sich der erste Haushund entwickelt hat, ist nicht dokumentiert und bisher ungeklärt.

Einen ausführlichen Artikel zur Geschichte finden Sie unter „Vom Wolf zum Hund: Seit wann gibt es Hunde?

Von Ostasien in die Welt

Man nimmt an, der Ursprung des Haushunds liegt in Ostasien. Von dort sollen sich die Hunde nach Europa verbreitet haben. Und danach weiter in Richtung Amerika.

In Nordamerika dürften Hunde gemeinsam mit Menschen gejagt haben. Ebenso in Europa und im Mittleren Osten. Darauf lassen zumindest Wandmalereien schließen, sowie alte Schriftrollen.

Heute liebt man Haushunde in Europa und Amerika. Und man verwöhnt sie. In Asien ist die Hundehaltung nicht so weit verbreitet. Hier gelten Hunde in Teilen Asiens leider als kulinarische Spezialität. Oder sie leben verwahrlost auf der Straße.

Der Mensch beginnt, Hunde zu züchten

Ganz anders verlief die Entwicklung des Hunds in Ägypten. Hier war der Hund heilig. Manche Vierbeiner hatten sogar eigene Dienerinnen. Sie bekamen nur das beste Essen serviert.

Denn Hunde waren die Beschützer der Pharaonin. Und man bestattete sie zusammen mit ihrer Herrin. Diese Tiere haben sich völlig unterschiedlich zu allen anderen Haushunden weiterentwickelt.

Mit der Zeit fingen Menschen an, Vierbeiner mit speziellen Eigenschaften zu züchten. So wollte man spezielle Charaktermerkmale vererben. Mit der Zeit entstanden dadurch die heutigen Hunderassen.

Sie haben alle ein unterschiedliches Aussehen und verschiedene Charaktereigenschaften. Und sie erfüllen diverse Aufgaben.

Vom Jagdhund zum modernen Hund

Zu Beginn waren Jagdhunde und Apportierhunde wichtig. Sie halfen dem Menschen bei der Jagd. Später, als der Mensch sesshaft wurde, benötigte er Wachhunde.

Für das Vieh züchtete er Hirtenhunde. Die Schoßhündchen kamen erst später. Eine Ausnahme bildet hier der Chihuahua. Er gilt als sehr alte und kleinste Hunderasse.

Die moderne Rassehundezucht begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Vorreiter waren die höher entwickelten Industrieländer. Denn hier wusste man dank Darwins Forschungen und den Mendelschen Regeln über die Vererbungsgesetze Bescheid.

Die ersten Züchterinnen setzten dieses Wissen entsprechend ein. Und so erreichten sie bestimmte Merkmale.

Was sind Rassehunde Standards?

Es entstanden Hunde mit einheitlichem Erscheinungsbild und ähnlichen Charaktereigenschaften. Diese Zuchtfortschritte hielt man in Zuchtbüchern fest.

Man legte Rassestandards fest. Außerdem erhielten gezüchtete Hunde Ahnentafeln. Mit der Zeit entstanden daraus die kynologischen Dachverbände.

Der Begriff Kynologie bedeutet die Lehre der Hunderassen sowie der Zucht von Haushunden. Das Wort ist zusammengesetzt aus kyon, dem griechischen Wort für Hund und dem Zusatz logie.

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Weltweit existiert nur eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung für Kynologie in Wien. Statt Kynologie wird zunehmend Canine Science (engl. Hundewissenschaft) verwendet.

Als Rassehund versteht man heute einen Hund, den man den Rassestandards entsprechend züchtet. Diese Zucht muss den Richtlinien eines kynologischen Dachverbands entsprechen. Über mehrere Generationen von Hunden hinweg muss der Hund von der gleichen Hunderasse abstammen. Unbedingt muss ein Abstammungsnachweis vorliegen.

Zuchtverbände setzen sich dabei für die Verbesserung und Erhaltung einer speziellen Rasse ein. Sie legen das Zuchtziel fest. Dieser Verein führt das Zuchtbuch mit der Abstammung. Und mit der Leistung der einzelnen Tiere.

Die kynologischen Dachverbände

Der kynologische Dachverband ist den Zuchtverbänden übergeordnet. Die weltweit bekanntesten Zuchtverbände sind:

  • der Fédération Cynologique Internationale (FCI)
  • der britische The Kennel Club (KC)
  • der American Kennel Club (AKC)
  • der Canadian Kennel Club (CKC)

Diese Verbände erkennen einzelne Hunderassen gegenseitig an. Und sie arbeiten miteinander zusammen. Zusätzlich gibt es in den meisten Ländern einen regionalen Dachverband.

In Deutschland ist das der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). In Österreich ist es der Österreichische Kynologenverband (ÖKV). Und in der Schweiz nennt er sich Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG).

Rassehunde sind nach FCI in 10 Gruppen unterteilt

Heute gibt es rund 370 registrierte und anerkannte Hunderassen. Diese unterteilt man gemäß FCI in zehn Gruppen:

Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde

Diese Hunderassen sind seit jeher dazu bestimmt, Nutztiere zu hüten. Oder sie zu treiben. Sie arbeiten eng mit dem Menschen zusammen. Und sie sind sehr aufmerksam. Ihr Jagdinstinkt ist nur gering ausgeprägt. Ihre Herkunft ist sehr unterschiedlich.

Gruppe 2: Pinscher, Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde

Die Aufgabe dieser Gruppe war ursprünglich das Bewachen von Haus und Hof. Sie verfügen über einen ausgeprägten Schutztrieb.

Pinscher und Schnauzer sind nebenbei Ratten- und Mäusejäger. Molosser und Sennenhunde setzt man zudem als Arbeitshunde ein.

Gruppe 3: Terrier

Die Terrier sind seit jeher Jagdhunde. Die kleinen Terrier waren Rattenfänger. Die größeren Fuchs- und Dachsjäger. Es gibt aber ebenso Terrier, die der Jagd auf Raubtiere dienten, wie zum Beispiel Bären.

Gruppe 4: Dachshunde

Man kennt sie als Teckel oder Dackel. Und man liebt diese kleinen Jagdhunde. Sie jagen Wild, das in Bauten lebt.

Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp

Es gibt Spitze, die aus dem asiatischen Raum kommen. Wiederum andere Rassen stammen aus Europa. Die Hunde vom Urtyp sind bis heute sehr eigenständig und ursprünglich geblieben.

Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen

Man verwendete sie alle zur Jagd. Sie spüren das Wild über ihre Fährten auf. Laufhunde jagen in der Meute. Mit viel Gebell. Schweißhunde arbeiten alleine und sie arbeiten leise.

Gruppe 7: Vorsteherhunde

Vorsteherhunde verharren bewegungslos, sobald sie Wild erspüren. Dabei sind sie leise. Die Nase zeigt in Richtung Wild.

Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde

Alle Vertreter dieser Rasse sind Jagdhunde. Allerdings haben sie völlig unterschiedliche Einsatzgebiete. Die Apportierhunde bringen geschossenes Wild zum Jäger. Andere sind bei der Jagd auf Wassertiere mit dabei oder auf Wild im Unterholz.

Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde

Schon der Name erklärt die Aufgabe dieser Gruppe. Allerdings ist diese Gruppe keinesfalls eine neumodische Erscheinung. Schon auf den alten Königshöfen gab es Gesellschaftshunde.

Gruppe 10: Windhunde

Diese extrem schlanken Tiere sind blitzschnelle Sprinter. Sie sind hochläufig. Als Sichtjäger haben sie sich auf Fluchttiere spezialisiert.

Welche Hunderasen zählen nicht?

Zusätzlich zu diesen zehn Gruppen gibt es natürlich noch die Mischlingshunde. Sie fallen jedoch unter keine Kategorie und entsprechen keinerlei Standards.

Das muss aber nicht schlecht sein. Denn Mischlinge haben weniger mit zuchtbedingten Gen-Defekten zu kämpfen. Häufig ist diese inoffizielle Hunderasse gesünder.

Gleichzeitig werden Mischlinge zu richtigen Überraschungspaketen. Und damit bereichern sie das Leben ihrer Menschen.

Ebenso sind in den 355 anerkannten Hunderassen all jene Hunderassen nicht enthalten, die auf Anerkennung warten. Auch Designerrassen werden nicht berücksichtigt.

Hunderassen der Designer

Unter Designerrassen versteht man die modernen Mixe. Diese züchtet man aus zwei bestehenden Rassen. Beispiele dafür sind:

  • Labradoodle
  • Cockapoo
  • Goldendoodle
  • Maltipoo
  • Schnoodle
  • Puggle

Diese Hybride züchtet man in erster Linie für die Bequemlichkeit des Menschen. So sind einige angeblich allergikerfreundlich, weil sie nicht haaren. Andere Rassen sind besonders kinderfreundlich oder leicht erziehbar.

Häufig sind sie ganz einfach eine irrtümliche Zucht. Sie erhalten dann einen exotischen Namen, um sie besser zu vermarkten.

Von der FCI werden sie nicht anerkannt. Und beim Kauf sollten Sie besser dreimal genau hinsehen. Das sollten Sie übrigens bei jedem Rassehund machen.

Rassehund nur bei anerkannter Züchterin kaufen

Sie möchten eine der mehr als 350 anerkannten Hunderassen erwerben? Dann achten Sie darauf, dass der FCI die Züchterin anerkennt.

Die Zuchtvereine können Ihnen alle Züchter nennen, die den Regeln entsprechend züchten. Der Betrieb dieser Züchterin gilt als seriös und erfüllt sämtliche moderne Anforderungen an den Tierschutz.

Sollte eine Hundezucht nicht allgemein bekannt sein, lassen Sie die Finger davon. Gerade dann, wenn es kaum Informationen dazu gibt.

Mit dieser Aufstellung möchten wir Ihnen einen Überblick liefern und die Frage beantworten, wie viele Hunderassen es auf der Welt gibt. Hier finden Sie weitere Artikel zum Thema:

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Eine gute Idee ist ein Mischling. Diese Haustiere warten zumeist in den zahlreichen Tierheimen auf ein neues Zuhause. Sie vereinen unterschiedlichste Optik und Charaktereigenschaften.

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