Lefzen beim Hund

Egal ob klein oder groß: Jeder Hund hat Lefzen. Oft hört man davon, dass Hunde die Lefzen verziehen, sich darüber lecken. Oder sich sogar an den Lefzen verletzen.

Aber was genau sind Lefzen eigentlich? In diesem Beitrag haben wir alles Wissenswerte zu dem Thema Lefzen für Sie zusammengefasst.

Was sind die Lefzen?

Als Lefzen werden die Lippen eines Hunds bezeichnet. Bei einer Lefze handelt sich also um das lose Fleisch, das sich rund um das Maul unserer Vierbeiner befindet. Wie genau diese Lefzen beim Hund aussehen, unterscheidet sich von Rasse zu Rasse sehr stark.

Anders als die Lippen bei uns Menschen können die Lefzen bei Hunden weit unter das Maul hängen. Dadurch kann sich in ihnen manchmal ganz schön viel Speichel ansammeln.

Auch beim Wassertrinken werden die Lefzen oft nass. Nicht selten sorgen genau diese Lefzen für kleine Überschwemmungen am Futterplatz.

Wofür sind Lefzen gut?

Für Hunde haben Lefzen ein paar wichtige Funktionen. Einerseits sind sie ein zentrales Werkzeug der Körpersprache. Denn über die Lefzen können Hunde Angst, Freude oder Aggression zum Ausdruck bringen.

Damit ist es jedoch noch nicht getan. Denn die Lefzen sind ein natürlicher Schutz für die Mundhöhle. Kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Hunden, können die Lefzen zum Beispiel vor einem kräftigen Biss schützen.

Außerdem helfen die Lefzen unseren Vierbeinern dabei, Gerüche zur Nase zu leiten. Sie sorgen also dafür, dass Hunde die Welt besser erschnüffeln können.

Darüber hinaus sind große Lefzen beim Schwimmen nützlich. Wenn ein Hund ins Wasser springt, wird Luft unter den weichen Hautlappen eingeschlossen. Diese erleichtert es unseren Lieblingen, beim Schwimmen zu atmen.

Warum haben manche Hunde große Lefzen?

Nicht alle Hunde haben gleich große Lefzen. Tatsächlich wurden und werden bestimmte Rassen mit diesem Merkmal gezüchtet.

Sie sollten gezielt mehr Wangenfleisch besitzen als andere Hunde. Dazu zählen Spürhunde wie der Basset Hound, Kampfhunde wie der Boxer oder Wasserhunde wie der Neufundländer.

Diesen und ähnlichen Rassen helfen ihre großen Lefzen dabei, ihre Aufgaben besser zu verrichten. In ihrem Fall erleichtern die Lefzen, Wild aufzuspüren, zu schwimmen oder schützen sie bei Kämpfen vor Verletzungen.

Allerdings sind die großen Lefzen dieser Hunde mit viel Pflege und einer ganzen Menge Sabber verbunden. Deshalb haben klassische Schoßhunde wie Pudel, Chihuahua oder Yorkshire Terrier meist viel kleinere Lefzen.

Was bedeutet es, wenn der Hund die Lefzen hochzieht?

Die Lefzen eines Hunds sind ein wichtiges Mittel zur Kommunikation. Allerdings gibt es zu diesem Thema einige Irrtümer. Mitunter kann das zu Missverständnissen zwischen Hund und Frauchen führen.

Häufig wird angenommen, dass das Hochziehen der Lefzen immer ein Zeichen der Aggression ist. Das stimmt nicht. Andersherum kursieren einige Videos, bei denen die gebleckten Zähne von Hunden als Lachen interpretiert werden. Auch das muss nicht pauschal richtig sein.

Tatsächlich kann das Hochziehen der Lefzen eine Vielzahl von Emotionen ausdrücken. Beachten Sie dabei stets die gesamte Körperhaltung Ihres Hunds. Berücksichtigen Sie die aktuelle Situation, in der Sie und Ihr Vierbeiner sich gerade befinden. Generell kann das Hochziehen der Lefzen beim Hund folgende Emotionen bedeuten:

  • Angst und Stress
  • Drohung
  • Lächeln vor Freude

Angst und Stress als Ursachen

Hunde, die Angst haben oder von einer Situation gestresst sind, ziehen die Lefzen oft nach hinten und nach oben. Zwischen Maul und Ohren können so genannte Stressfalten entstehen. Die Falten zeigen an, dass das Gesicht Ihres Hunds angespannt ist.

Von Laien wird diese Maulhaltung oft fälschlicherweise als Grinsen interpretiert. Tatsächlich empfindet der Hund in diesem Moment überhaupt keine Freude.

Ist der Hund gestresst oder hat Angst, kann er außerdem hecheln, den Schwanz einziehen, Zittern oder häufig Gähnen.

Drohung

Wenn ein Hund einem anderen Tier oder Menschen droht, zieht er ebenfalls die Lefzen nach oben. Dabei wird die Nase gerunzelt und die Zähne werden gebleckt.

Verhaltensexperten unterscheiden hierbei zwischen zwei verschiedenen Arten des Drohens: defensive und offensive Drohungen.

Bei einer defensiven Drohung will sich Ihr Hund in erster Linie schützen. Hier zieht das Tier die Mundwinkel spitz nach hinten. Die Lefzen zeigen dabei nach oben, sodass viele Zähne seitlich sichtbar sind. Der Kopf und die Ohren sind gesenkt und der Schwanz ist eingezogen.

Bei einer offensiven Drohung will der Hund sein Gegenüber verjagen. Er signalisiert, dass er im Zweifelsfall bereit ist, auf Angriff überzugehen. Dabei werden die Mundwinkel nach vorne gezogen. Die Lefzen werden angehoben, sodass vor allem die vorderen Zähne gut sichtbar sind. Kopf, Ohren und Schwanz sind aufgerichtet.

Hunde Lächeln, Freude oder andere Gründe

Tatsächlich können Hunde durch das Heben von Lefzen auch Freude signalisieren. Forscher vermuten, dass unser Haushunde sich dieses Verhalten vom Menschen abgeschaut haben. Schließlich existiert so ein Verhalten nicht bei Wölfen.

In erster Linie sollen Hunde diese Geste nutzen, um mit Herrchen oder Frauchen zu kommunizieren. Dabei werden die Lefzen im vorderen Bereich leicht hochgezogen, sodass die Schneidezähne sichtbar sind.

Stressfalten zwischen Maul und Ohr sind dabei jedoch nicht sichtbar. Und auch die seitlichen Zähne werden selten gezeigt.

Achten Sie hierbei genau auf die Körperhaltung Ihres Hunds. Denn nur, wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt und entspannt wirkt, ist das Lächeln ein Symbol der Zuneigung.

Was tun gegen Lefzenekzem?

Die Lefzen unserer Hunde sind ständig in Bewegung. Im Alltag kommen sie oft mit dem Boden, anderen Hunden oder Wasser in Berührung. Dadurch sind sie auch einer ganzen Menge Bakterien ausgesetzt.

Gerade bei Hunden mit sehr großen Lefzen kann dies leider schnell zu Verletzungen oder Krankheiten führen. Deshalb ist es besonders wichtig, als Hundebesitzerin auf die Lefzen unserer Vierbeiner zu achten.

Vor allem Hunde mit vielen Gesichtsfalten, langen Haaren und Allergien sind anfällig für das sogenannte Lefzenekzem. Darunter versteht man eine unangenehme Krankheit, die auch als Lefzenfäule bekannt ist.

Entzündung als Ursache

Sie entsteht, wenn sich in den Hundelefzen durch Reibung, Wärme und andere Reizungen schädliche Bakterien ansiedeln. Das Resultat sind schmerzhafte Schwellungen, Rötungen oder Entzündungen der Lefzen.

Oftmals geht von einem Lefzenekzem ein unangenehmer Geruch aus. Das könnten Sie fälschlicherweise auch als Mundgeruch interpretieren.

Sollte Ihr Hund aufgrund seines Körperbaus anfällig für Lefzenekzeme sein, empfiehlt es sich, die Lefzen regelmäßig zu kontrollieren. Reinigen Sie die Lefzen gegebenenfalls, zum Beispiel nach dem Fressen.

Lefzen, Lippen und Mundraum bei Hunden

Lefzen sind die Lippen eines Hunds. Sie dienen nicht nur dazu, Emotionen zu signalisieren und Feinden zu drohen.

Vielmehr schützen die Lefzen das Maul Ihres Hunds vor Verletzungen, helfen beim Schnuppern und erleichtern unseren Vierbeinern sogar das Schwimmen.

Lefzen beim Hund: Die besten Tipps zur Pflege (Lefzenekzem)
Lefzen beim Hund: Die besten Tipps zur Pflege (Lefzenekzem)

Leider sammeln sich darin schnell Bakterien an. Wenn Ihr Hund große Lefzen hat, sollten Sie diese also regelmäßig überprüfen und reinigen, um Infektionen und Entzündungen zu verhindern.

Gratis Spickzettel bekommen

Tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein. Und Sie bekommen den praktischen Spickzettel mit verbotenen Lebensmitteln gratis für Ihren Hund.

Was dürfen Hund nicht fressen?

Über die Autorinnen

Tausende Besucher lesen jeden Tag unseren Blog. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir bleiben unserem Motto treu und setzen uns weiterhin für einen liebevollen Umgang mit Hunden ein. Wenn Sie uns eine Nachricht schicken wollen, besuchen Sie am besten hier die Kontaktseite.

Dogco bei Pinterest entdecken

Dogco Logo
Scroll to Top