Hund in die Augen schauen

Ihrem Hund sollten Sie keinesfalls in die Augen schauen. So zumindest lehrt man es bis heute immer noch.

Doch was ist dran an dieser Aussage? Dürfen Sie Ihrem Hund wirklich nicht in die Augen sehen?

Schließlich halten wir oft Augenkontakt. Und das gehört zum guten Umgangston. Zum Beispiel, wenn Menschen sich begegnen und begrüßen. Das ist ein Zeichen von Höflichkeit. Bei Ihrem Vierbeiner sieht das tatsächlich etwas anders aus.

Wenn Hunde sich begegnen

Hündische Begegnungen unterscheiden sich deutlich von menschlichen. Treffen zwei fremde Hunde aufeinander, so fixieren sie sich. Sie beginnen, sich zu beschnüffeln.

Dann senkt einer der beiden die Augen. Damit gibt er dem anderen zu verstehen, dass er die Dominanz des Konkurrenten anerkennt.

Senkt jedoch keiner der Beiden den Blick, wird die Situation brenzlig. Dann starren sich beide Artgenossen gegenseitig an. Es gibt also keiner der beiden klein bei. Dann kann die Situation kann zu einem Kampf führen.

Auf diese Weise legen Hunde ihre Rangordnung fest. Und dieses Verhalten erklärt bereits einiges.

Fremde Hunde sehen das Anstarren als Bedrohung

Treffen Sie nun einen fremden Hund? So sollten Sie unbedingt vermeiden, ihn anzustarren. Dieses Verhalten ist wie eine Kampfansage.

Starrt der fremde Hund Sie an? Und verharrt er womöglich sogar in einer steifen Haltung? Ziehen Sie sich vorsichtig zurück. Vermeiden Sie Blickkontakt unbedingt.

Diese Situation ist nicht ungefährlich. Der Hund sieht Sie als Bedrohung an. Und er wird sich verteidigen wollen. Das kann mitunter gefährlich für Sie werden.

Gerade bei fremden Hunden sollten Sie unbedingt den Blickkontakt meiden. Und kommen Sie erst recht nicht in Versuchung, einen Hund anzustarren. Selbst dann nicht, wenn der Hund zuckersüß aussieht.

Augenkontakt zum eigenen Hund

Völlig anders verhält es sich beim eigenen Hund. Hunde haben sich im Laufe der Zeit an unsere Kommunikationsformen gewöhnt. Sie nehmen die Sprache ganz ähnlich wahr wie wir.

Unter Fremden ist Augenkontakt zwar heikel. Bei Ihrem eigenen Hund dient er sogar dem Bindungsaufbau.

Vertraute Blicke schaffen Nähe

Ein intensiver Blickkontakt zwischen Ihnen und Ihrem Liebling setzt sogar Oxytocin frei. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Bindungshormon. Es wird im Gehirn gebildet.

Der Hypothalamus schüttet Oxytocin aus, um bei Säugetieren die soziale Bindungen und das Vertrauen zu unterstützen. Das haben japanische Wissenschaftler um Miho Nagasawa festgestellt.

Sie forschen an der Azabu Universtity und haben ihre Studie im Fachblatt „Science“ veröffentlicht. Die Forscherinnen nehmen an, dass sich dieses „in die Augen schauen“ im Laufe der Domestizierung des Hunds entwickelt hat.

Überlegen Sie mal. Was passiert mit Ihnen, wenn Ihr Hund Sie ansieht? Sie empfinden das wahrscheinlich als Glück.

Ihrem Hund geht es ähnlich. Sieht Ihnen Ihr Hund in die Augen, erzeugt er spezielle Gefühle. Er löst damit ein fürsorgliches Verhalten bei Ihnen aus.

Wer ist als Rudelführer anerkannt?

Das funktioniert natürlich nicht von Anfang an. An dieser Reaktion müssen Sie arbeiten. Hat ein erwachsener Hund Sie als Rudelführerin akzeptiert?

Dann dürfen Sie ihm in die Augen schauen. Dasselbe gilt für Welpen. Viele Hunde erkennen schon an unserem Blick ganz genau, was wir von Ihnen erwarten.

Ihrem eigenen Hund dürfen Sie in die Augen schauen
Ihrem eigenen Hund dürfen Sie in die Augen schauen

Hunde schämen sich nicht – sie unterwerfen sich

Vielleicht kennen Sie folgende Situation. Sie sind verärgert. Vielleicht, weil Ihr Hund etwas angestellt hat. Sie sehen ihn also böse an. Und sie maßregeln ihn.

Da blickt er plötzlich beschämt nach unten. Dieser Blick hat jedoch absolut nichts mit sich schämen zu tun. Er senkt den Blick, um Ihnen zu zeigen, dass er sich unterwirft.

Hunde können Gesichtsausdrücke lesen

Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Hund aufgebaut? Dann wird Ihr Haustier sogar lernen, Ihre Gesichtsausdrücke zu unterscheiden. So weiß Ihr Liebling häufig ganz genau, was Sie vorhaben.

Hunde können dies sogar bei fremden Menschen. Ob Vierbeiner hier die Bedeutung richtig  einschätzen können, ist jedoch nicht ganz klar.

Es ist also absolut in Ordnung, mit Ihrem Hund über Augenkontakt zu kommunizieren. Es ist sogar sehr wichtig.

Hund in die Augen schauen: Warum nicht? (Blickkontakt)
Hund in die Augen schauen: Warum nicht? (Blickkontakt)

Bei fremden Vierbeinern sieht das jedoch anders aus. Sie sollten stets daran denken, dass Hunde zu viel Blickkontakt falsch verstehen können. Sie nehmen ihn als Bedrohung wahr. Vermeiden Sie es daher tunlichst.

Zitierte Quelle: Miho Nagasawa, Takefumi Kikusui, Tatsushi Onaka, Mitsuaki Ohta: Dog’s gaze at its owner increases owner’s urinary oxytocin during social interaction. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19124024

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