Grundgehorsam beim Hund

Sitz, Platz, Fuß. Diese drei Worte zählen zu den wichtigsten Hundekommandos. Es sind die ersten Kommandos, die Ihr Vierbeiner erlernen sollte.

Neue Hundehalterinnen sind jedoch nicht selten verwirrt über die Fülle an Informationen über Grundkommandos, Hundekommandos, Impulskontrolle oder Obedience.

Was muss Ihr Hund denn nun wirklich lernen? Und was bedeuten all diese Begriffe eigentlich? Wir erklären die Begriffe, wichtige Hundekommandos mit Übungen.

Grundgehorsam: Was muss Ihr Hund lernen?

Hundeerziehung ist ein sehr umfangreiches Thema. Da kann schon ein wenig Verunsicherung bei Ihnen aufkommen. Wie Sie Ihren Hund erziehen, kommt ganz darauf an, welche Aufgaben Ihr Hund bekommt. Dazu gehört, was er lernen sollte oder muss.

Diensthunde, Assistenzhunde, Jagdhunde oder Rettungshunde haben spezielle Aufgaben. Sie müssen ihren Job intensiv erlernen.

Sogenannte Familienhunde dagegen müssen kein derartiges Trainingsprogramm absolvieren. Was sie jedoch ebenso erlernen sollten, sind die wichtigsten Grundkommandos.

Was sind Grundkommandos für Ihren Hund?

Unter den Grundkommandos versteht man einige wenige Kommandos. Sie benötigen sie, um sich mit Ihrem Hund in Gesellschaft problemlos bewegen zu können. Mit diesen Kommandos können Sie Ihren Hund zu sich rufen. Und Sie können ihn zur Ruhe bringen.

Es gibt sechs Grundkommandos. Diese sind absolut unerlässlich im Zusammenleben mit Ihrem Hund. Dazu zählen:

  1. Sitz
  2. Platz
  3. Bleib
  4. Hier
  5. Aus oder Nein
  6. Fuß

Optimalerweise bringen Sie bereits Ihrem Welpen diese Kommandos bei. Diese Grundkommandos sind für den Umgang mit anderen Tieren und Menschen wichtig. Und Ihr Hund sollte sie gut beherrschen.

Das Kommando “Sitz”

Sitz ist zumeist das Allererste, das Ihr Hund bei uns Menschen lernt.

Übung: Stellen Sie sich dazu vor Ihren Hund. Halten Sie ein Futterstück über seinen Kopf. Führen Sie es langsam nach hinten. Ihr Hund wird sich setzen, um das Leckerchen im Auge zu behalten. Sobald er sich hinsetzt, geben Sie das Kommando “Sitz” und geben sie ihm die Belohnung.

Das Kommando “Platz”

Halten Sie ein Leckerchen in der geschlossenen Hand. Legen Sie dieses vor Ihren Hund auf den Boden. Sobald er daran schnüffelt, ziehen Sie die Hand langsam zurück.

Er wird der Hand folgen und sich auf den Boden legen. Sobald er korrekt liegt, geben Sie das Kommando “Platz“. Dabei belohnen Sie Ihren Liebling.

Das Kommando “Bleib”

Das Kommando beginnt mit einem “Sitz” oder “Platz”. Hat Ihr Hund seine Position eingenommen, schauen Sie ihn an und geben das Kommando “Bleib“.

Übung: Gehen Sie langsam einige Schritte zurück. Steht Ihr Hund auf, beginnen Sie von vorne. Bleibt er jedoch liegen, kehren Sie zu Ihrem Vierbeiner zurück. Belohnen Sie ihn sofort. Dehnen Sie die Entfernung und die Zeit langsam immer weiter aus.

Das Kommando “Hier”

Dieses Kommando ist eines der wichtigsten überhaupt. Funktioniert es, ist ein Freilauf möglich. Funktioniert es nicht perfekt, sollte Ihr Hund keinesfalls ohne Leine laufen.

Übungen: Beginnen Sie mit dem Training in einer Umgebung, die möglichst keine Ablenkung zulässt. Legen Sie Ihr Tier ab und entfernen Sie sich.

Rufen Sie Ihren Hund nun zu sich. Kommt er sofort zu Ihnen, belohnen Sie ihn. Kommt er nicht, beginnen Sie von vorne. Üben Sie zuerst in einem umzäunten Bereich. Sie können während des Spaziergangs eine Schleppleine verwenden und das Kommando damit trainieren. Steigern Sie Ablenkungen. Lassen Sie Ihren Hund erst von der Leine, wenn er absolut zuverlässig auf Ihr Kommando zu Ihnen kommt.

Das Kommando “bei Fuß”

Dieses Kommando ist vor allem auf der Straße wichtig. Dann, wenn es einmal eng ist. Lassen Sie Ihren Hund neben sich sitzen. Gehen Sie dann langsam los.

Übungen: Beginnen Sie mit dem Bein, das sich auf der Seite Ihres Hunds befindet. Geben Sie das Kommando “bei Fuß”. Ihr Hund sollte neben Ihnen gehen. Nach einigen Schritten lassen Sie ihn wieder absitzen.

Wiederholen Sie diese Übung einige Male. Hören Sie auf, wenn Ihre Fellnase die Übung gut gemacht hat. Vergessen Sie seine Belohnung nicht und üben Sie immer die gleiche Seite.

Wollen Sie, dass Ihr Hund auf beiden Seiten “bei Fuß” geht? Dann üben Sie die zweite Seite erst dann, wenn die Erste gut funktioniert.

Das Kommando “Aus”

Dieses Kommando kann sehr wichtig sein. Denn es kann Ihnen helfen, dass Ihr Hund nichts Verbotenes frisst. Dabei soll Ihr Hund etwas herausgeben. Dafür bekommt er eine Belohnung.

Übungen: Sobald Ihr Liebling ein Spielzeug im Maul hat, bieten Sie ihm ein Leckerchen an. Sobald er sein Spielzeug loslässt, geben Sie die Belohnung.

Macht Ihr Hund ein Kommando richtig, vergessen Sie nie, ihn ausgiebig zu belohnen. Sie sollten dies durch Worte wie “fein”, “brav” oder “super” mit besonders freundlicher Stimme unterstreichen.

Wenn Sie Kommandos üben, verwenden Sie stets das gleiche Wort. Wenn Sie einmal “Komm” und einmal “Hier” rufen, wird Ihr Hund sich nicht auskennen.

Zu den grundlegenden Hundekommandos gehören: Sitz, Platz, Bleib, Hier, Aus, Fuß
Zu den grundlegenden Hundekommandos gehören: Sitz, Platz, Bleib, Hier, Aus, Fuß

Handzeichen unterstützen Hundekommandos

Sie können Kommandos stets durch Handzeichen verstärken. Hier gilt, verwenden Sie immer dasselbe Handzeichen.

  • Ein erhobener Zeigefinger kann “Sitz” symbolisieren.
  • Die flache Hand, die zu Boden zeigt, kann Ihr Zeichen für “Platz” sein.
  • Klopfen Sie auf Ihren Oberschenkel, wenn Ihr Hund “bei Fuß” gehen soll.

Was ist Impulskontrolle beim Hund?

Häufig nennt man im Zusammenhang mit der Erziehung eines Hunds die Impulskontrolle. Im Prinzip gehört die Impulskontrolle zum Grundgehorsam dazu.

Unter Impulskontrolle versteht man, dass Ihr Hund unter Ablenkung in der Lage ist, Ihre Kommandos auszuführen. Ihr Tier soll nicht seinen angeborenen Impulsen folgen. Er sollte in Ruhe und gelassen reagieren.

Dazu zählt etwa, dass Ihr Hund auf das Kommando “Hier” zu Ihnen kommt. Und das, obwohl etwas Spannendes passiert.

Ihr Hund soll sich nicht auf sein Futter stürzen. Stattdessen sollte er ruhig vor seinem Futternapf sitzen und auf Ihre Freigabe warten. Die Klingel an der Haustür und das daraufhin folgende Bellen fallen in diese Kategorie.

Impulskontrolle üben Sie optimalerweise mit dem Kommando “Bleib“. Das fordert von Ihrem Hund jede Menge Kontrolle. Das Abstellen der Futterschüssel oder Ruhe bewahren bei der Türklingel können Sie ebenfalls nach diesem Muster trainieren.

Impulskontrolle früh üben

Impulskontrolle sollten Sie bereits im Welpenalter üben. Je früher, desto besser. Wie gut Ihr Hund dieses Training meistert, hängt jedoch von vielen Faktoren ab.

So gibt es lebhaftere und ruhigere Hunde. Ein sehr aktives Tier hat mit der Kontrolle seiner Impulse deutlich mehr Probleme als ein von Natur aus entspannter Hund.

Alter und Rasse spielen hier ebenfalls eine Rolle. Je jünger Ihr Hund ist, desto schwieriger ist es für ihn, Impulskontrolle zu üben. Stress sorgt für schwierige Trainingsbedingungen.

Allerdings können Sie die Übungen für Ihren vierbeinigen Freund deutlich erleichtern:

  • Führen Sie hierzu fixe Abläufe und Gewohnheiten ein.
  • Arbeiten Sie dabei mit Futterbelohnungen.
  • Haben Sie Geduld und arbeiten Sie in kleinen Schritten.
  • So erzielen Sie die besten Erfolge.

Wie Sie Ihren Hund erziehen wollen, bleibt ganz Ihnen vorbehalten. Sie können Ihrem Hund selbst den Grundgehorsam beibringen. Sie können ebenfalls eine Hundeschule oder eine Hundetrainerin zurate ziehen. Wichtig ist, dass Ihr Hund die Grundkommandos gut beherrscht.

Unterordnung

Reichen Ihnen diese Kommandos nicht? Macht Ihnen und Ihrem Tier das Training Spaß? So können sie vertiefende Lektionen erlernen. Dann wäre Unterordnung die nächste Stufe.

Unterordnung galt früher als absoluter Gehorsam des Hunds. Dazu gibt es zahlreiche Übungen. Ihr Hund sollte sich dem dominanten Rudelführer Mensch unterwerfen. Teilweise war hier ein erzwungener Gehorsam gemeint.

Bis heute gibt es Trainerinnen, die nach diesen veralteten Methoden arbeiten. Allerdings hat sich bei den meisten Hundetrainerinnen in den letzten Jahren viel verändert. Lautstarke Kommandos oder gar körperliche Züchtigungen kommen heute nur noch sehr selten in Hundeschulen vor.

Obedience und positive Verstärkung

Mittlerweile setzt man deutlich mehr auf Verständnis und positive Verstärkung. Eine erzwungene Unterordnung Ihres Hunds ist nicht notwendig. Das zeigt die moderne Hundeerziehung. Ihr Hund soll das Kommando verstehen und es entsprechend ausführen.

Grundgehorsam Hund: 6 wichtige Hundekommandos mit Übungen
Grundgehorsam Hund: 6 wichtige Hundekommandos mit Übungen

Noch ein wenig anspruchsvoller ist der Hundesport Obedience. Hierbei spricht man von der “Hohen Schule der Unterordnung“. Wichtig ist die exakte und genaue Ausführung der Kommandos.

Ihr Hund sollte sich aus der Entfernung von der Hundeführerin kontrollieren lassen. Allerdings sind hier veraltete, strenge Herangehensweisen nicht erwünscht.

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