Ballaststoffe für Hunde?

Hunde sind Fleischfresser, das ist wohl unbestritten.

Da stellt sich doch die Frage, warum in so vielen hochwertigen Futtersorten Gemüse enthalten ist. Ist das notwendig und schmeckt das den Vierbeinern denn überhaupt?

Die Antworten darauf sind nicht ganz einfach. Tatsache ist, dass Gemüse und Obst wichtig für die Verdauung der Hunde sind. Außerdem liefern pflanzliche Nahrungsbestandteile die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe.

Wie viele Ballaststoffe braucht ein Hund?

Ballaststoffe sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung für Hunde. Sie tragen dazu bei, die Darmfunktion zu unterstützen und fördern die Gesundheit des Verdauungssystems. Allerdings gibt es keine pauschale Antwort darauf, wie viele Ballaststoffe ein Hund braucht. Denn der Bedarf ist sehr individuell.

Die richtige Menge an Ballaststoffen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel vom Alter, der Größe, dem Gewicht sowie dem Bewegungsdrang Ihres Hunds.

Im Allgemeinen empfehlen Tierärzte und Ernährungsexpertinnen, dass Hunde etwa 3 – 5 % ihrer täglichen Kalorien in Form von Ballaststoffen erhalten sollten. Dies entspricht etwa 10 – 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag für einen durchschnittlichen Hund.

Beachten Sie hierbei jedoch, dass es sich bei dieser Menge nur um eine allgemeine Empfehlung handelt. Denn jeder Hund hat individuelle Bedürfnisse.

Grundsätzlich haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ballaststoffe in die Ernährung Ihres Hunds zu integrieren. Gute Quellen für Ballaststoffe für Hunde sind zum Beispiel:

  • Gemüse wie Karotten, Brokkoli und Spinat
  • Obst wie Äpfel, Birnen und Bananen
  • Vollkorngetreide wie Hafer, Roggen und Reis
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen

Bedenken Sie jedoch, dass Hunde nicht alle Lebensmittel vertragen. Was für Menschen gesund ist, muss nicht für Ihren Vierbeiner gut sein. So können einige ballaststoffreiche Lebensmittel für Hunde schädlich sein, obwohl sie für Menschen normal sind.

Am besten testen Sie jedes neue Lebensmittel zunächst in geringen Mengen. Beobachten Sie anschließend, wie gut Ihr Hund auf die geänderte Nahrung reagiert.

Weiterhin ist wichtig, dass Hunde ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Damit wird der Magen-Darm Trakt bei der Aufnahme von Ballaststoffen unterstützt. Stellen Sie Ihrem Hund immer frisches Trinkwasser zur Verfügung.

Pflanzliche Fasern helfen der Verdauung

Damit die Verdauung unserer Hunde problemlos funktioniert, muss das Tier einen gewissen Teil an schwer- oder unverdaulichen Nahrungsbestandteilen zu sich nehmen.

Diese sogenannten Ballaststoffe füllen den Darm und helfen mit, dass die Nahrung rasch transportiert und ausgeschieden wird.

Was sind Ballaststoffe für den Hund?

Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile der Nahrung. Meist stammen sie aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse. Grundsätzlich werden Ballaststoffe in die Kategorien wasserlöslich und wasserunlöslich eingeteilt.

Obwohl diese Stoffe nicht direkt über den Darm aufgenommen werden, spielen Ballaststoffe eine sehr wichtige Rolle bei der Verdauung im Magen-Darm-Trakt.

Derartige Faserstoffe sind vorwiegend in Getreide, Hülsenfrüchten sowie in Obst und Gemüse enthalten.

Wo finde ich viele Ballaststoffe?

Den höchsten Ballaststoffgehalt hat Roggen als Getreidesorte. Danach folgen Nüsse und getrocknetes Obst wie Mandeln, Feigen, Datteln und Pflaumen.

Beim Getreide stechen Roggenknäckebrot und Haferflocken heraus. Bei den Obstsorten fallen Heidelbeeren und Kiwis mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen auf. Wobei Äpfel und Bananen ungefähr nur halb so viele Ballaststoffe enthalten.

Tabelle: Gehalt an Ballaststoffen in Gramm pro 100 g Lebensmittel

Zu jedem Lebensmittel finden Sie ausführliche Informationen, wenn Sie auf den Begriff in der Liste klicken:

Unter den Gemüsesorten haben Kohlarten wie Rosenkohl und Blumenkohl den höchsten Ballaststoffgehalt. Aufgrund der blähenden Wirkung sind sie jedoch nicht für Hunde geeignet. Hierfür sind Kartoffeln und Blattsalate deutlich besser geeignet.

In jedem Fall eignen sich Gemüse und Obst optimal als Ballaststofflieferanten. Denn Getreide und Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen können für Hunde negative gesundheitliche Konsequenzen haben.

Wichtig ist die Menge an Rohfasern zu begrenzen. Frisst Ihr Vierbeiner zu viel davon, kann dies etwa zu Durchfall führen.

Welches Hundefutter ist ballaststoffreich?

Wenn Sie auf der Suche nach einem Hundefutter sind, das reich an Ballaststoffen ist, gibt es einige Dinge, die Sie berücksichtigen sollten.

Zunächst sollten Sie prüfen, ob das Futter den Bedürfnissen Ihres Hunds entspricht. Außerdem ist wichtig, dass das Futter alle Nährstoffe enthält, die Ihr Hund benötigt, um gesund zu bleiben.

Prüfen Sie dazu die Nährwertangaben auf der Verpackung. Die vermitteln bereits einen ersten Eindruck wie ballaststoffreich das Hundefutter ist.

Achten Sie bei den Zutaten auf gute Quellen für Ballaststoffe. Darunter sollten Sie Vollkorngetreide wie Hafer, Roggen und Reis finden oder Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen. Hundefutter mit hohem Anteil an Gemüse oder Obst dürfte ebenfalls gute Quellen für Ballaststoffe sein.

Insgesamt sollten Sie auf Futter von hoher Qualität achten. Am besten suchen Sie nach Hundefutter, das aus natürlichen Zutaten hergestellt wird.

Gemüse und Obst sind auch für den Hund gesund

Gemüse und Obst liefern darüber hinaus eine Reihe sekundärer Pflanzenstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit unserer Vierbeiner auswirken.

Beispiele dafür sind etwa Carotinoide, die in Karotten, Aprikosen oder Spinat vorkommen. Sie unterstützen das Immunsystem, wirken Krebserkrankungen entgegen und verhindern Zellkernschädigungen.

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Saponine, Monoterpene, Phenolsäuren, Flavonoide
Sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Saponine, Monoterpene, Phenolsäuren, Flavonoide

Saponine senken das Cholesterin und gelten als entzündungshemmend. Einen hohen Anteil haben Spinat und Hülsenfrüchten.

In beinahe allen Pflanzen kommen die Phenolsäuren und Flavonoide vor. Sie haben antimikrobielle und antioxidative Wirkung.

In Äpfeln, Aprikosen, Himbeeren oder Heidelbeeren finden sich Monoterpene, die Krebs entgegenwirken sollen.

Welche Gemüse dürfen Sie füttern?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Obst- und Gemüsesorten für den Hund.

In den heutigen, modernen Alleinfuttermitteln sind diese Zutaten meist bereits enthalten. Sie müssen daher Ihren Hund nicht zusätzlich mit Salat, Äpfeln oder Spinat füttern.

Besonders wichtig ist eine Zugabe pflanzlicher Ballaststoffe, wenn Sie Ihren Hund barfen und damit roh füttern. Ideal ist es, das Gemüse leicht zu dünsten oder zu pürieren. So wird es für den Hund leichter verdaulich.

Wo sind Ballaststoffe enthalten? Liste der Lebensmittel für Hunde
Wo sind Ballaststoffe enthalten? Liste der Lebensmittel für Hunde

Natürlich gibt es auch jene Hausgenossen, die absolut keinen Wert auf hochwertige Futterzusätze legen. In diesem Fall ist es ideal, die gesunden Nahrungsmittel zu pürieren und unter das Fleisch oder die Innereien zu mischen.

Möchten Sie Ihrem Tier eine reine Gemüsemahlzeit zubereiten, vergessen Sie nicht hochwertiges Öl dazu zu mischen. Das Öl sorgt dafür, dass der Hund auch die fettlöslichen Vitamine verwerten kann.

Hier finden Sie eine Liste mit 30 Gemüsesorten, die Hunde fressen dürfen.

Geschmäcker sind verschieden

Unsere drei Jungs reagieren sehr unterschiedlich auf Obst und Gemüse. Alonso, unser Podenco frisst alles an Grünzeug, was ihm unterkommt. Nicht selten haben wir schon andere Hundebesitzer zum Schmunzeln gebracht, wenn er wie ein Pferd von einer Karotte abgebissen und andere Leckerlis sogar liegen gelassen hat.

Maui, unser Mischlingsrüde, liebt Äpfel. Er nimmt sie sogar mit, wenn er sie beim Spazieren gehen unter einem Baum findet.

Beide fressen auch gerne Bananen, Gurken oder auch mal eine Cocktailtomate.

Gemüse für Hunde, mit Obst und Gemüse pflanzliche Ballaststoffe füttern
Mit Obst und Gemüse pflanzliche Ballaststoffe füttern

Kommt man allerdings unserem Chihuahua Tequila mit Obst oder Gemüse zu nahe, so erntet man einen bösen Blick. Er rümpft sein hübsches Näschen und sucht das Weite. Bei ihm müssen diese Zutaten möglichst gut zerkleinert im Fleisch versteckt sein.

Vorsicht, nicht jedes Gemüse ist gesund

Behalten Sie aber bei der Fütterung von Gemüse immer im Auge, dass nicht alle Sorten für den Hund verträglich sind.

Auf rohe Zwiebel und Knoblauch sollten Sie in jedem Fall verzichten. Ihre Inhaltsstoffe können dem Hund lebensbedrohenden Schaden zufügen.

Ballaststoffe für Hunde: Was machen unverdauliche Fasern im Hundefutter?
Ballaststoffe für Hunde: Was machen unverdauliche Fasern im Hundefutter?

Rohe Kartoffeln, Paprika und Tomaten können in den grünen Pflanzenteilen Solanin enthalten, was sowohl für den Hund als auch für uns Menschen giftig wirkt.

Sehr umstritten ist die Avocado. Es ist nicht wirklich bekannt, ob sie für den Hund giftig oder schädlich ist. Die Meinungen gehen hier sehr auseinander. Ebenso unklar ist die Wirkungen von Trauben und Rosinen.

Sind Sie immer noch nicht ganz sicher, welches Futter mit vielen Ballaststoffen für Ihren Hund am besten geeignet ist?

Dann fragen Sie am besten bei einer Ernährungsberaterin für Hunde nach. Diese Expertinnen haben meist viel Erfahrung. Sicherlich können sie Ihnen dabei helfen, das beste Hundefutter für Ihren Hund auszuwählen.

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Was dürfen Hund nicht fressen?

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